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Achim Wagner

ÜBER EIN NACHTSTÜCK VON ANTJE RÁVIC STRUBEL

Mit "Fremd Gehen - ein Nachtstück" legt Antje Rávic Strubel ihr drittes Buch binnen zweier Jahre. Die 28jährige Schriftstellerin, Kanutin, Skifahrerin und Tangotänzerin hat bereits eine steile literarische Karriere hinter sich. Strubels früher Ruhm rechtfertigt sich durch ein außergewöhnliches Sprachgefühl, dass sich bereits in ihrem Debut-Roman "Offene Blende" offenbarte.
Auch "Fremd Gehen" ist - stilistisch gesehen - ein Genuss. Banal gesagt: Es macht einfach Spaß, der Autorin von Satz zu Satz zu folgen.
Zwei Erzählebenen mit je zwei Protagonisten tragen die Handlung(en) dieses Buches:
Ein Mathematikstudent, Daniel Stillmann, beobachtet nächtens von seinem Zimmer aus einen alten Mann auf der Admiralsbrücke in Berlin. Durch die nachfolgenden Ereignisse: den Fund von Leichenteilen im Landwehrkanal, wird der Alte zu einem Mordverdächtigen. Bald greift die zweite Ebene in das Geschehen ein: schnell wird deutlich, dass Daniel und der Alte den Phantasien der Ich-Erzählerin und ihrer Schriftsteller-Freundin Marlies entsprungen sind, die beiden Autorinnen wollen einen Krimi schreiben. Diese frühe Erkenntnis zwingt den Leser zu einer (kritischen) Distanz sowohl zur ersten als auch zur zweiten Ebene, dies erscheint von der Autorin auch erwünscht, die Charakteristika der Hauptfiguren und ihrer Historie treten in den Vordergrund, die Handlung verliert zunächst an Bedeutung. Später werden beide Ebene verwoben, Marlies wird zu einer Randfigur innerhalb der Handlung um den Alten, Daniel und dessen verschwundener Freundin Kathleen. Handwerklich gesehen ist das alles spannend. Keine Frage. Leider aber schnürt Strubel ihre Figuren in ein zu enges Korsett, sie wirken bisweilen nicht lebendig, handeln zu eng an Klischees; die Person des "Alten" ausgenommen. An einigen Stellen wünschte ich mir, die Autorin hätte einfach mehr Vertauen in ihre Protagonisten gehabt.
Auch wenn schließlich zwei Morde verhandelt werden, ist "Fremd Gehen" eine Art Anti-Krimi, in den Strubel etliche zeitgeschichtliche und aktuelle Thematiken einfließen lässt : u.a. DDR-Vergangenheit, literarische Ost-West-Kontroversen, moderne Beziehungsstrukturen; dazu kommen Anleihen aus der einfachen & hohen Mathematik sowie der Philosophie.
Trotz des angesprochenen Mangels zeigt (auch) dieses Buch, wo man Antje Rávic Strubel einordnen muss: in die oberste Riege deutschsprachiger ErzählerInnen.

Ein Kompliment an den marebuchverlag für Aufmachung der Bücher in der marebibliothek.

Antje Rávic Strubel, Fremd Gehen, 192 S., marebuchverlag, Hamburg, 2002; 18 Euro.